Die Kraft kommt von innen

Die Kraft kommt von innen. Verzugsarme Formteile aus Thermoplast.

Spritzgussteile sind durch die ausgereifte Fertigungs­technik vielseitige und preisgünstige Serienbauteile. Um diese Voraussetzungen zu ermöglichen, bedarf es an die Bauteilkonstruktion hohe Anforderungen. Ein wesentlicher Grundsatz sind geringe und vor allem gleiche Wandstärken. Dieser Umstand führt meist zu komplexen Geometrien und wegen der Bauteilsteifigkeit zu Verrippungen. Problemzonen im Spritzgussteil.

Konstruktionsideen scheitern, weil sie unterschiedliche Wandstärken, Materialanhäufungen oder Verrippungen bedingen. Mit teurer Formenbautechnik können Materialanhäufungen verdrängt werden. Dies erhöht die Komplexität und die Rentabilität rechnet sich bei kleinen und mittleren Stückzahlen nicht mehr.

Verstärkt wird dies durch die Anisotropie bei gefüllten Werkstoffen. Die Orientierung der Füllstofffasern wirkt hierbei als Verzugsverstärker. Darunter leidet die Form- und Lagetoleranz am Bauteil.

Dieses Problem löst das TSG-Verfahren. Im Treibmittelspritzguss (TSG) gefertigte Bauteile weisen ein weitgehend kompaktes Gefüge auf, welches um etwa 3 bis 5% durch Treibmittel expandiert wird. Dadurch werden die Schwunddifferenzen innerhalb des Spritzgussteiles kompensiert und die speziellen Eigenschaften des Werkstoffes bewahrt. Das bringt für die Bauteilkonstruktion entscheidende Vorteile und Freiheitsgrade.

Im TSG-Verfahren gefertigte Formteile haben einen weitgehend ausgeglichenen Spannungshaushalt. Die übliche Nachdruckphase im Spritzgussprozess entfällt und damit auch der bis zu 1000 bar hohe Druck, bei dem Spannungen im Bauteil erzeugt und eingefroren werden. Die Kompensation der Schwindung bei TSG erfolgt homogen aus der Schmelze, aus eigener innerer Kraft und an allen Stellen gleich.

Für kleine und mittlere Bedarfsmengen steht das TSG-Verfahren in der Gesamtbetrachtung von der Idee bis zum funktionierenden Teil sehr weit vorne. Kleine, präzise Teile im Gewichtsbereich von einem Gramm bis hin zu stabilen, passgenauen Bauteilen im Maßereich von 2.000mm und einem Gewicht von 20 kg sind im Markt oftmals alternativlos im Einsatz. Die gestellten Anforderungen werden funktionsgerecht erfüllt und das TSG-Formteil zeigt die notwendige Substanz.

Durch ein größeres Bauteilvolumen steigen Materialeinsatz und Zykluszeiten, was sich in höheren Teilepreisen niederschlägt.

Die Vorteile der im thermoplastischen Schaumguss (TSG) gefertigten Bauteile auf einen Blick:

  • verzugsarme Bauteilgeometrie
  • breit einsetzbare Palette an Thermoplasten
  • Gestaltungs­freiheit bei der Bauteilkonstruktion
  • Einfallstellen werden unscheinbarer
  • hervorragende Passgenauigkeit der Bauteile zueinander
  • sehr hohe Reproduzierbarkeit
  • geringe Investitionskosten durch günstige Formen

Kassettengehäuse

Kassettengehäuse
Kassettengehäuse

Mehrrollendrucker. Effizienzsteigerung bei der Etikettierung von Lebens­mitteln.

Im Bereich der Etikettierung und Preiszeichnung von Lebens­mitteln unterstützen Mehrrollendrucker die schnelle und flexible Weiterverarbeitung. Mit bis zu fünf aneinander gereihten Etikettenkassetten wird die parallele Etikettierung und Bedruckung von Produkten ermöglicht, unabhängig von der Produktzufuhr. Dadurch kann eine einzelne Produktionslinie individuell gestaltet und optimal ausgelastet werden.

Das auf Funktion ausgelegte Kassettengehäuse wird im TSG-Verfahren aus dem Material Styrol Butadien hergestellt und bildet die Hauptkomponente eines Mehrrollendruckers. Das robuste Material ist schlagzäh, kerbunempfindlich und weist wegen der dickwandigen Konstruktion die Brandschutzklasse 5VA auf. Das Integrieren von Funktion wird dank der Gestaltungs­freiheit des TSG-Verfahrens ermöglicht. So beinhaltet das werkzeugfallende Teil dickwandige Montagepunkte für den Einsatz von Umlenkrollen, Umlenkspuren und Etikettenrollen mittels PT-Schrauben.

Durch ein integriertes Schnellwechselsystem ist es möglich, die Kassette im laufenden Betrieb herauszunehmen und mit einer neuen Etikettenrolle zu bestücken. Dies und die Tatsache, dass die Etikettenrollen beim Produktwechsel nicht mehr gewechselt werden müssen, reduziert die Gefahr von Stillständen entlang des Produktionsprozesses auf ein Minimum.

 

Inserttechnik

Hybridtechnik und Spritzguss. Polyamidteil mit solide eingebettetem Antriebsbolzen

Punktuell und zielgenau optimiert. Kunststoffteile mit Inserttechnik.

Inserts betten wir während des Gussprozesses in Kunststoffteile ein. Das ist wirtschaftlich. Technische Eigenschaften meist wertvoller Werkstoffe werden punktuell verfügbar.

Seit den 1970er Jahren fertigen wir Kunststoffbauteile mit Inserttechnik. Das Verfahren entwickeln wir ständig weiter, die Bauteile gewinnen an Komplexität und Funktions­vielfalt. Von uns gelieferte Verbund­konstruktionen ermöglichen Innovationen in Maschinenbau, Feinwerkmechanik, Elektrotechnik und Medizintechnik.

 

Flexible Werkstoffwahl. Egal ob Stahl, Legierung, Edelmetall, Glas, Keramik, Kautschuk oder Hochleistungs­kunststoff. Egal ob Achse, bondbare Oberfläche, Buchse, Dichtung, Draht, Feder, Kette, Kontaktpin, Lager, Magnet, Messerschneide, Nabe, Sieb, Stanzteil oder Welle. Es ist nahezu unbegrenzt, aus welchem Werkstoff oder wie komplex das Einlegeteil ist. Unsere Maschinen sind universell und unsere Verfahrenstechniker reagieren flexibel auf technische Anforderungen, Eigenstabilität und Bauteilgröße.

Zuverlässig, belastbar, maßstabil. Das Insert-Moulding kombiniert verschiedene Werkstoffe und deren Vorzüge. Unsere spezielle Kompetenz liegt im Umgang mit den unterschiedlichen Schwundmaßen und Ausdehnungs­koeffizienten der Werkstoffpartner. Wir stimmen Bauteilkonstruktion, Form­werkzeug, Prozessführung und die speziellen Verfahren zur Nachbehandlung aufeinander ab. Das gleicht die Eigenspannungen in der Verbund­konstruktion weitgehend aus. Unsere profunde Werkstoffkunde und langjährige Fertigungserfahrung gewährleisten einen beherrschten Prozess.