Das unerkannte Positive von PPO. Maßgenau und formstabil zum Fertigteil.

Vielfältigste Anwen­dungen erfordern von thermoplastischen Werkstücken ein besonders hohes Maß an die Genauigkeit. Hier muss der eingesetzte Werkstoff nach der präzise ausgeführten Fertigbearbeitung einfach „stehen“, ohne die im Nachhinein typischen Verwindungen in der Gestalt und ohne Ungenauigkeiten in der Abmessung durch Rückstellung, Wasseraufnahme oder innere Spannungen.

Das amorphe Polyphenylenoxid (PPO) ist hier den teilkristallinen Werkstoffen wie Polyamid oder Polyoxymethylen überlegen, auch wenn diese Werkstoffe andere positive Eigenschaften zeigen. Hier braucht es der fachlichen Abwägung, welche Werkstoffgruppe den gestellten Anforderungen am ehesten gerecht wird. 

  • E-Modul:                                 2.300 Mpa
  • Wasseraufnahme:                  0,06%
  • Wärmeformgeständigkeit:      115 °C
  • elek. Durchschlagsfestigkeit:  57 kV/mm
  • Längenausdehnung:               70  1E-6/K

PPO ist der Werkstoff für verzugsarme Dreh- und Frästeile. Ein Werkstoff, der in weiten Temperatur- und Klimazonen seiner Form treu bleibt. Er ist ideal für die Verwendung von steifen und präzisen Elementen im Maschinen- und Apparatebau wie beispielsweise Chassis, Aufnahmen, Platinenträger, Getriebegehäuse usw.

Für den Spritzguss ist PPO bestens geeignet. Mit ihm lassen sich große Wandstärken und extreme Wandstärkenunterschiede innerhalb des Formteiles realisieren. Es hat einen geringen Schwund zwischen der Plastifizierung und der Erstarrung, wodurch hohe Toleranzforderungen erfüllt werden. Die Spritzgussteile sind nachhaltig verzugsarm und formstabil.

Die Chemikalienbeständigkeit ist sehr weitreichend und in der Heißwasseranwendung gibt es viele Einsatzfelder für den Spezialisten PPO. Typische Anwen­dungen sind Pumpen- und Filterelemente wie z. B. Spaltringe, Laufräder, Leitapparate, Stufengehäuse oder Laternen.

Der Einsatz von Glasfaser­verstärkungen erhöht die Steifigkeit und Festigkeit sowie die Warmform­beständigkeit, was das Anwendungs­feld von PPO im höheren Temperaturbereich deutlich erweitert.

In brandlastigen Einsatzbereichen kann verstärktes und unverstärktes PPO zusätzlich mit Brandschutzzusätzen ausgestattet werden. Dies führt bis zur Klassifizierung V0 nach UL 94. Ein breites Einsatzfeld findet sich beispielsweise in elektrischen Bauteilen.

Für PPO/PPE mit und ohne Glasfaser steht ein breites Halbzeugsortiment zur Verfügung und bietet somit gegenüber den einschlägig bekannten, aber verzugsempfindlichen Thermoplasten eine gute Alternative.